uli.schulte"die auf den HERRN hoffen, gewinnen neue kraft, dass sie laufen und nicht müde werden..." (aus der bibel)
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mit 20 jahren bin ich zum glauben an jesus christus gekommen. als schwer drogenabhängiger junger mann habe ich nach "dem letzten strohhalm" gegriffen, den mir einige "jesus people" entgegengestreckt haben. das war meine rettung. in einer 1 jährigen christlichen therapie konnte ich meine heroinabhängigkeit überwinden und nochmal ganz von vorn anfangen. das alles liegt jetzt schon 30 jahre hinter mir - der glaube an jesus christus ist geblieben. ich betrachte jesus als mein lebensfundament, meine richtschnur, meinen helfer, mein ziel.




- der fisch, eines der ältesten christlichen symbole, bedeutet "jesus christus, gottes sohn und retter" -


Der Marathon des Lebens...

"Darum wollen auch wir ... mit Ausdauer den vor uns liegenden Wettkampf laufen!" Hebräer 12,1


Ausdauersport liegt voll im Trend. Ich finde, es gibt schlechtere Trends. Der moderne Mensch verbringt viel Zeit vor den Bildschirmen im Büro und zu Hause. Den Weg zwischen Wohnung und Arbeit legt er in der Regel mit dem Auto zurück. Hier erweist sich die sportliche Betätigung als Gegenpol und Ausgleich, der Entspannung und Freude bereitet und sich dabei als gesundheitsfördernd erweist.

Gleichwohl ist der Ausdauersport keine neue Erscheinung - auch für die Menschen in der Antike gehörten sportliche Wettkämpfe zur Lebenswirklichkeit. So sehr, dass die Schreiber der Bibel Bilder aus dem Wettkampf oder auch aus der Siegeszeremonie wiederholt wie selbstverständlich aufgreifen und sie auf das Leben mit Gott deuten.

Als Marathonläufer habe ich während des Laufens oft darüber nachgedacht, dass es zwischen der langen Strecke und dem Lauf des Lebens viele Parallelen gibt.


1. Mut

Wer sich dazu entschließt, an einem Marathonlauf teilzunehmen, braucht eine Portion Mut! Spätestens nach den ersten, längeren Trainingseinheiten kann einen der Mut schon mal verlassen, und es kann die Frage aufkommen, was einen wohl getrieben hat, als man sich zum Marathon anmeldete. Aber die Entscheidung wurde nun einmal getroffen, und jetzt geht es auch mutig weiter! Andere haben es geschafft. Warum sollte ich es nicht schaffen?

Sich für ein Leben mit Jesus Christus zu entscheiden, erfordert gleichwohl viel Mut. Wir können Gott ja nicht sehen und haben zu Beginn keine Erfahrung, wie ein Leben im Glauben funktioniert. Und doch liegt gerade im mutigen Vertrauen ein Schlüssel zu der Erfahrung, dass es tatsächlich klappt, im Alltag mit Gott zu leben.


2. Training

Wer meint, einen Marathonlauf aus dem Ärmel schütteln zu können, irrt sich gewaltig. Ohne monatelanges Training läuft hier nichts. Der Körper muss sich allmählich an die stundenlange Belastung gewöhnen und anpassen. Wer das Training vernachlässigt, erlebt mit Sicherheit Frust und herbe Enttäuschung. Trainingspläne können eine wertvolle Hilfe sein, das gesteckte Ziel zu erreichen.

Auch in der Nachfolge Jesu geht's nicht ohne Training. Es fallen keine fertigen Christen vom Himmel. In einen christlichen Lebensstil muss man sich einleben. Das erfordert jahrelange, ja, lebenslange Übung. Hierbei können die Erfahrungen von Menschen, die schon länger auf dem Glaubensweg sind, eine wertvolle Hilfe sein.


3. Ausdauer

Der Marathon ist kein Sprint und auch kein Spaziergang. Im Ziel kommt nur an, wer viel Ausdauer an den Tag legt. Damit verbunden muss die Bereitschaft sein, auf vieles zu verzichten was mich daran hindern kann, das Ziel zu erreichen.

Um als Christ zu leben und zu bestehen, brauchen wir einen langen Atem, brauchen wir Ausdauer. Die schnellen Durchstarter können uns nicht beeindrucken - kommt es doch viel mehr darauf an, wer auf der Zielgeraden noch im Rennen ist. Wer würde schon Ballast im Wettkampf mit sich rumschleppen? Nein, alles, was mich daran hindert, Jesus nachzufolgen, will ich ablegen.


4. Ausrüstung

Um den Marathon zu bestehen, muss man gut ausgerüstet sein. Nein, modischen Schnick Schnack braucht man nicht. Den tragen meist nur die "Schön Wetter Läufer" zur Schau. Der wichtigste Teil der Ausrüstung sind die Laufschuhe. Hier sollte man wirklich nicht sparen, sondern auf Qualität setzten. Gelaufen wird ja schließlich mit den Füßen!

Um Christus nachzufolgen braucht es nicht viel. Ob ich zu Hause oder unterwegs bin - die Bibel ist immer dabei. Täglich einen Abschnitt nachsinnend und betend lesen - und ich fühle mich gut ausgerüstet. Glauben, Gebet, Gemeinschaft - auch das sind "Gegenstände", die in meine "Glaubensreisetasche" gehören.


5. Startblöcke

Bei einem Stadtmarathon starten manchmal mehrere tausend Sportler. Damit es beim Start kein Gedränge und keine Unfälle gibt, sind die Starter in Startblöcke eingeteilt. Wenn ein langsamer Läufer sich nach vorne stellt, wird er nur zum Hindernis für die Schnelleren. Ich stelle mich gerne im hinteren Teil an. Dann kann ich das "Feld von hinten aufrollen".

Auch in der Gemeinde ist es von Nöten, dass wir uns richtig einschätzen, an der rechten Stelle einreihen. Anstatt sich vorne zu drängeln, dürfte es für einen jungen Christen hilfreich sein, etwas weiter hinten zu starten.


6. Tempo

Das Ziel bestimmt das Tempo beim Marathonlauf. Wer in der Euphorie der ersten Kilometer zu schnell losstürmt, nur nach Gefühl und ohne Verstand läuft, erlebt womöglich einen Einbruch der Kräfte. In der Regel wird er in der zweiten Hälfte des Rennens von denjenigen überholt, die ihre Kräfte besser eingeteilt haben. Man sagt: „Der Marathon beginnt bei Kilometer dreißig!“ Es kann auch hilfreich sein, in einer kleinen Gruppe zu laufen. Kommunikation mildert die Härte des Laufes erheblich.

Wir Christen sollten daran denken, dass wir einen langen, streckenweise beschwerlichen Weg vor uns haben. Auch für die Nachfolge Jesu gilt es, sich die Kräfte richtig einzuteilen, das optimale Tempo anzuschlagen, sich mit Herz und Verstand einzusetzen. Auch für das Christ sein gilt: Gemeinsam unterwegs zu sein, macht vieles einfacher!


7. Verpflegung

Beim Marathonlauf kann man in der Regel alle zwei bis fünf Kilometer an einem Verpflegungsstand Getränke und feste Nahrung zu sich nehmen. Die Sportler sollten darauf achten, von Anfang an während des Laufens regelmäßig Flüssigkeit aufzunehmen. Wer erst trinkt, wenn er Durst verspürt, steht schon in der Gefahr, einen Leistungseinbruch zu erleben und zu dehydrieren. Hat man sich eine schlimme Blase gelaufen oder stellen sich Krämpfe im letzten Drittel des Laufes ein, ist es keine Schande, den Sanitätsdienst in Anspruch zu nehmen. Nach einer kleinen Behandlung kann der Lauf oft wieder aufgenommen werden.

Für uns Christen ist der Verpflegungsstand die Gemeinde. In der Gemeinde tanken wir geistlich auf. Wenn wir die Gemeinschaft mit den Mitchristen vernachlässigen, werden sich ohne Zweifel Defizite in unserem Glaubensleben einstellen – ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Keiner von uns ist immer stark. Jeder braucht mal die Hilfe und die Unterstützung des Anderen. Es ist keine Schande, sich selbst und anderen die Schwäche einzugestehen. Wenn wir die Hilfe der Gemeinschaft annehmen, kann es nach der Krise mit neuer Kraft weitergehen.


8. Die Ideallinie

Bei den großen Stadtmarathons ist eine 42,195 km lange blaue Linie auf die Straße gesprüht: die Ideallinie. Läufer, die sich an dieser Linie orientieren, können sich nicht verlaufen und kommen auf dem besten Weg ins Ziel.

Für die christliche Lebensführung ist die Ideallinie die Orientierung an Jesus Christus. Wer in enger Verbindung zu Jesus lebt, sich an Seinen Werten und Worten orientiert, ist weitestgehend vor Irrtümern geschützt und kann sicher das Ziel erreichen.


9. Der "Mann mit dem Hammer"

Gefürchtet wird er von allem Marathonläufern: der „Mann mit dem Hammer“. Dieser Geselle steht in der Regel zwischen Kilometer dreißig und fünfunddreißig unvermittelt an der Strecke, um zuzuschlagen. Was hat es damit auf sich? Der Läufer hat die Energie, die der Körper aus den Glykogenspeichern bezieht, verbraucht. Der Organismus schaltet nun auf die Fettstoffverbrennung um. Bei diesem Vorgang empfindet der Sportler große Kraftlosigkeit und ist auch seelisch geschwächt. Die Euphorie der ersten Stunden schlägt in Depression um, man fällt regelrecht in ein psychisches Loch An diesem kritischen Punkt wird oft daran gedacht das Rennen vorzeitig zu beenden. Durch intensives körperliches und mentales Training sowie durch jahrelange Erfahrung kann man lernen, diese Krise zu vermeiden oder zu beherrschen.

Wohl jeder Christ dürfte ihn im übertragenen Sinn kennen, den „Mann mit dem Hammer“. Wer Jesus Christus persönlich kennen lernt, darf die Erfahrung machen, einen großen inneren Frieden und starke Freude zu erleben. Die Augen öffnen sich für die kleinen und großen Wunder Gottes, ja, man fühlt sich wunderbar geborgen und getragen von dem Herrn. Doch dann ist plötzlich alles anders: der Friede ist gestört und die Freude ist getrübt. „Gott, wo bist Du? Hast Du mich verlassen?“ Wir Christen nennen diese Erfahrung auch Anfechtung. Jeder Christ erfährt von Zeit zu Zeit Anfechtung seines Glaubens. Jetzt heißt es: Bloß nicht resignieren, bloß nicht aufgeben! Nach jedem Tal folgt wieder ein Berg, es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels. Anfechtungen und Prüfungen nutzen uns, sie lassen uns letztlich im Glauben fester und stärker werden.

10. Der Zieleinlauf

Einer der erhebendsten Momente beim Marathon ist der Zieleinlauf. Auch wenn man während des Wettkampfes die tiefsten Täler durchschritten und die größten Krisen durchlebt hat: jetzt ist das alles vergessen. Euphorie und unbeschreibliches Glück wird empfunden und Tränen der Freude fließen. Es ist geschafft, man hat den Lauf vollendet.

Noch viel erhebender und schöner wird es für uns Christen sein, wenn wir unseren Lebenslauf vollendet haben und wir für immer bei Jesus sein werden. Alles Leid unseres Erdenlebens, alle Krankheit, alle Widrigkeiten werden dann der Vergangenheit angehören und überwunden sein. Alles wird überstrahlt sein von einer großartigen Freude! Das soll uns Motivation und Ansporn sein, nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben, sondern durch zu halten bis zum Zieleinlauf!



Uli Schulte
Bremen, 5.7.2005



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